Am 19. November 2025 war der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn / Rhein-Sieg, Dr Hubertus Hille, als Vortragsredner im Lions Club Bonn zu Gast. Er berichtete über die gegenwärtige Einschätzung und Erwartungen der regionalen Wirtschaft nach der Kommunalwahl im Herbst dieses Jahres zu den wichtigen Themen Verkehrspolitik und Wirtschaftsförderung.
Da die künftigen Mehrheiten im Rat der Stadt noch nicht feststehen, ist nicht klar, ob die regionale Wirtschaft perspektivisch mit einer harmonischeren Verkehrspolitik rechnen kann. Insbesondere wünschen sich die mittelständischen Unternehmen, aber auch die ansässigen Institutionen und Behörden eine deutlich verbesserte Erreichbarkeit der Stadt. Dieser Wunsch beziehe sich auch auf die konstruktive Berücksichtigung des Autoverkehrs und der damit einhergehenden Bedarfe. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund, dass mindestens in den nächsten fünf Jahren rechts- wie linksrheinisch die Schienenverbindungen zwischen Köln und Bonn saniert würden. Weitere Verschärfungen und Belastungen bei allen Verkehrsträgern in der Region seien absehbar und stellten anhaltend deutliche Nachteile für unseren Wirtschaftsstandort dar.
Nach wie vor fehle es an einer Abstimmung der Verkehrspolitik zwischen der Stadt Bonn und dem benachbarten Rhein-Sieg Kreis.
Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb es bislang keine gemeinsame Wirtschaftsförderung von Stadt und Kreis gebe.
Ein weiteres spannendes Thema war der Themenkomplex Wirtschaft und Verteidigung. Die inzwischen entstandene Hybride Bedrohungslage – kein Krieg, kein Frieden – strahle auch auf den hiesigen Wirtschaftsraum aus. Russland habe Deutschland, die Nato und damit den Westen zum Feind erklärt. Besonders bedroht sei das Baltikum. Möglicherweise werde Russland gerade dort die Nato und ihre Ernsthaftigkeit zur Verteidigung testen. Deutschland sei im Verteidigungsfall eine sehr große Drehscheibe für Truppentransporte und Logistik von West nach Ost und in umgekehrter Richtung. Gerade liefen die Vorbereitungen in großem Umfang an dafür an, die Unterstützung der Nato-Armeen durch die Unternehmen in Industrie und Handwerk, Logistik und Dienstleistungen sicher zu stellen.
Die Rolle der IHK bestehe nunmehr darin, bei ihren Mitgliedsunternehmen das Bewusstsein dafür zu schaffen, welche neuen unbekannten Aufgaben und Herausforderungen auf sie zukämen.
Des Weiteren unterstütze die IHK ihre Mitgliedsfirmen in der Bewerbung um Aufträge bei der militärischen Beschaffung.
Und sie unterstütze die Bildung zivil-militärischer Netzwerke, welche die Unternehmen für den Einsatz im Katastrophenschutz vorbereiten.
Eine lebhafte Diskussion folgte im Anschluss an den Vortrag von Dr. Hille.





